Deutschland
Sprache wählen
Dienstag, 11. Dezember 2018

Proteste gegen den antisemitischen Quds-Marsch in Berlin und Hamburg

Berlin, 8. Juni 2018  

Die Kampagne STOP THE BOMB ruft für den morgigen Samstag, den 9. Juni zur Teilnahme an den Protestdemonstrationen gegen den Quds-Marsch auf sowie zur Kundgebung gegen das aus dem Iran gesteuerte „Islamische Zentrum Hamburg“ (IZH) am 10. Juni in Hamburg.

Der so genannte „Quds-Tag“ (Quds = arabisch für Jerusalem) wurde 1979 vom iranischen Revolutionsführer Khomeini als politischer Kampftag für die Eroberung Jerusalems und Vernichtung Israels etabliert. Jedes Jahr findet er am Ende des Ramadan statt.

Ulrike Becker, Sprecherin von STOP THE BOMB sagt: "Anfang dieser Woche hat Irans ‚oberster Führer’ Ali Khamenei Israel erneut als ‚Krebsgeschwür’ bezeichnet, das ‚ausgemerzt’ werden müsse. Der Quds-Tag ist eine Kampfansage des islamistischen iranischen Regimes gegen die größte jüdische Gemeinschaft der Welt: gegen Israel. Es ist nicht hinnehmbar, dass mitten in Berlin zur Vernichtung Israels aufgerufen wird.

STOP THE BOMB kritisiert zudem, dass aus dem Iran gesteuerte Organisationen in Deutschland von Bundes- und Landesbehörden unterstützt werden. Dazu gehört das „Islamische Zentrum Hamburg“ (IZH), jahrelang das organisatorische Zentrum des Quds-Marsches, das mit der Stadt Hamburg über einen Staatsvertrag verbunden ist. Dazu gehört außerdem die IGS (Islamische Gemeinschaft schiitischer Gemeinden), deren Leiter Mahmoud Khalilzadeh laut Bundesregierung dem „politisch-religiösen Establishment der Islamischen Republik Iran“ zugerechnet wird und deren Funktionäre zur Teilnahme am Quds-Marsch aufrufen. Dennoch erhält die IGS mehrere Hunderttausend Euro aus Bundesmitteln.

Ulrike Becker weiter: „Gesellschaftliches Engagement gegen Antisemitismus läuft ins Leere, wenn Verbände, die sich an Aufrufen zur Vernichtung Israels beteiligen, durch die Politik hofiert werden. Die Kooperation mit diesen Verbänden muss aufhören, wie die Kooperation mit dem antisemitischen iranischen Regime.“

Antifaschistisches Berliner Bündnis gegen den Al Quds-Tag:
Demonstration: "Gegen jeden Antisemitismus – Kein Quds-Marsch 2018 in Berlin!"
9. Juni 2018, Beginn: 12:00 Uhr, U-Bahnhof Wilmersdorfer Straße, Berlin
Mobilisierung auf Facebook

Bündnis gegen den Quds-Marsch
Demonstration: Gemeinsam gegen Antisemitismus, Islamismus und Homophobie - Solidarität mit Israel und der iranischen Demokratiebewegung!
9. Juni 2018, Beginn: 13:30 Uhr, U-Bahnhof Nollendorfplatz, Berlin
Mobilisierung auf Facebook

Junges Forum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Hamburg
Kundgebung: Kein Al-Quds-Tag in Hamburg!
10. Juni, Beginn: 17.00 Uhr
Ort: Islamisches Zentrum Hamburg, Schöne Aussicht 36, 22085 Hamburg

Redebeitrag von Ali Ertan Toprak, Kurdische Gemeinde

 

Grußwort von Mina Ahadi

Zur antifaschistischen Demonstration "Gegen jeden Antisemitismus – Kein Quds-Marsch 2018 in Berlin!" am 9.6.2018 in Berlin

Ein Jahr, nachdem die Islamisten im Iran im Jahr 1979 die Macht übernommen hatten, erklärte der geistliche Revolutions-Führer Ayatollah Khomeini den letzten Freitag im Fastenmonat Ramadan zum „Al Quds Tag“. Der Al Quds-Tag ist seitdem der Tag des Islam: ein Kampftag, mit dem der ganzen Welt demonstriert werden soll, dass die islamische Führung im Iran das Ziel verfolgt, den Islam überall in der Welt zu verbreiten.

Seit mehr als 39 Jahren gehen Islamisten in vielen verschiedenen Ländern am Al Quds Tag auf die Straße, um den politischen Islam und die Barbarei der islamischen Herrschaft zu verteidigen.

Vor wenigen Tagen, am 5. Juni 2018, hat der geistliche Führer Ali Khamenei im Iran gesagt, die iranischen Jugendlichen würden in ihrem Leben Israels Vernichtung noch erleben. Der Al Quds Tag ist auch gegen die israelische Bevölkerung gerichtet, was sich an den Slogans zeigt, „Israel muss vernichtet werden“. Wie ist es möglich, dass im 21. Jahrhundert eine Regierung zur Vernichtung eines Landes und von Millionen Menschen aufrufen kann und auf diese Weise ein giftiges Klima von Antisemitismus und Judenhass schürt?

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal betonen: der Konflikt zwischen Palästina und Israel muss ein Ende haben. Jede Form von Terror und Angriff auf Menschenleben in Palästina und Israel ist zu verurteilen. Eine zwei-Staatenlösung ist aus meiner Sicht ein Ausweg für den Konflikt. Was für die Lösung dieses Konflikts aber besonders wichtig ist: Im Iran gehen Millionen Menschen gegen das islamische Regime auf die Straße. Der islamische Revolutionsführer Khomeini ist eine Figur geworden, die die meisten Menschen im Iran hassen. Die Ideologie der Islamisten im Iran ist gescheitert und damit auch ihre Feindbilder.  Es ist sehr wichtig zu sehen, dass kein normaler Mensch im Iran auf die Straße geht und „nieder mit Israel“ brüllt. Viel mehr Menschen gehen auf die Straße und rufen: Nieder mit der Diktatur! und: Nieder mit den Islamisten!

Unsere Botschaft ist diese: Wenn wir die Islamisten im Iran besiegen, dann kann man auch Lösungen für den ganzen Nahen Osten finden: für den Irak, für Syrien und auch für Palästina. Denn das islamische Regime im Iran unterstützt die Islamisten und ihre Terrororganisationen in all diesen Ländern mit Milliardensummen.

Der Kampf gegen Antisemitismus, Islamismus und Terror im Iran, im Nahen Osten und in Europa ist nicht zu trennen vom Kampf gegen das Islamische Regime im Iran. Die Menschen im Iran führen diesen Kampf bereits. Sie brauchen unsere Hilfe und Unterstützung, sie brauchen Hilfe von außen. Das islamische Regime ist nicht reformierbar. Es ist ein gefährlicher Fehler zu meinen, man könne mit dem Regime zusammenarbeiten. Dieses Regime muss man abschaffen. Erst dann werden die Menschen in Berlin und überall in der Welt vor dem Islamismus Ruhe haben.