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Freitag, 15. November 2019

Süddeutsche Zeitung über STB-Aktion bei der Linde-Jahreshauptversammlung


Süddeutsche Zeitung, 16.5.2009, Seite 28, Wirtschaftsteil (Auszug):

Unbequeme Fragen
Linde-Aktionäre verlangen Aufklärung über Iran-Geschäfte

München – Wenn sich der Vorstand der Linde AG einmal im Jahr seinen Aktionären stellt, geht es meist recht gemütlich zu. Eine Handvoll Kleinanleger stellt wenige, aber höflich formulierte Fragen. Konzernvorstand Wolfgang Reitzle und Aufsichtsratschef Manfred Schneider geben Auskunft. Nach zwei oder drei Stunden ist alles vorbei. Der Vorstand wird für seine Arbeit gelobt und alle gehen zufrieden ihrer Wege. Auch an diesem Freitag ähnelte das Drehbuch der Hauptversammlung dem der Vorjahre: Doch zumindest in einem Punkt fielen die Fragen nicht ganz so harmlos aus.

In der Kritik standen vor allem die Geschäfte, die der weltweit größte Industriegasehersteller und Anlagenbauer mit Iran betreibt, und die den Angaben zufolge 90 Millionen Euro zum Gesamtumsatzes von Linde (2008: 12,7 Milliarden Euro) beitragen. Iran steht im Verdacht, an einem eigenen Atomwaffenprogramm zu arbeiten und hat Israel bereits mehrfach mit Vernichtung gedroht. Zwei Aktionäre forderten detailliert Auskunft, ob das Unternehmen in die militärischen Machenschaften Irans verwickelt sei oder gegen Sanktionen verstoße, die von der UN und der EU verhängt wurden. Reitzle wies beides entschieden zurück. „Wir exportieren keine Technologien, die sowohl zivil als auch militärisch eingesetzt werden können“, betonte er. (...)