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Dienstag, 25. Juli 2017

Stationen des Terrors des iranischen Regimes

Mit dem iranischen Regime gegen Isis? Das ist absurd und gefährlich. Seit der Revolution im Jahr 1979 hat das iranische Regime Terrorismus als Schlüsselinstrument eingesetzt, um im In- und Ausland Feinde zu bekämpfen und Interessen durchzusetzen. Die U.S.-Regierung bezeichnet die Islamische Republik Iran seit 1984 deshalb als aktivsten Terrorsponsor weltweit. Hier ein Überblick über die wichtigsten Stationen.

Grundlage dieses Textes ist die Webseite von UANI - United against Nuclear Iran. Dort finden sich auch weiterführende links.

Lesen Sie auch das Hintergrundpapier "Heiliger Krieg. Globaler Terrorismus als politisches Instrument der Islamischen Republik Iran" vom Mideast Freedom Forum Berlin.

 

 

Amerikanische Geiseln nach der Stürmung der Botschaft

4. November 1979 — 20. Januar 1981: Geiselnahme von Teheran

Nur Monate nach der Islamischen Revolution stürmte eine radikale Gruppe iranischer Studenten die amerikanische Botschaft in Teheran und nahm 66 U.S.-Amerikaner als Geiseln. Während ihrer 444 Tage andauernden Gefangenschaft wurden sie misshandelt, in Einzelhaft gehalten; ihnen wurde mit Hinrichtung gedroht. Am 20. Januar 1981, dem Tag der Amtseinführung von Präsident Reagan wurden die 52 verbleibenden Geiseln freigelassen.


CIA Station Chief Wiliam Buckley

1982 – 1992: Geiselnahmen im Libanon

Über ein Jahrzehnt führte die durch Iran unterstützte Hisbollah systematische Entführungen durch. Insgesamt wurden 96 Ausländer entführt, darunter 25 U.S.-Amerikaner. Mehrere Geiseln starben in Gefangenschaft durch mangelnde medizinische Versorgung, Folter oder Hinrichtung. Einige Geiseln verbrachten Jahre in Gefangenschaft, während z.B. CIA Station Chief William Buckley gefoltert und ermordet wurde. Der Präsident der Amerikanischen Universität Beirut, David S. Dodge wurde für ein ganzes Jahr festgehalten, der Journalist Terry Anderson sogar für 7 Jahre.

 

 

Die zerstörte US-Botschaft in Beirut

18. April 1983: Bombenanschlag auf die US-Botschaft in Beirut

Ein Selbstmordattentäter steuerte sein Fahrzeug mit einer Tonne Sprengstoff in die U.S.-amerikanische Botschaft. Die Explosion tötete 63 Menschen, darunter 17 Amerikaner. 100 Menschen wurden verletzt, die CIA musste den Tod ihrer gesamten Abteilung für den Mittleren Osten feststellen. Der Angriff war von der Hisbollah gesteuert und durch Iran finanziert und markiert den Beginn der Ära moderner Selbstmordattentate.

 

 

Amerikanische Soldaten werden aus dem Schutt gezogen

23. Oktober 1983: Bombenanschläge auf Beiruter Kasernen

241 Tote und über 100 Verletzte war die Bilanz eines iranischen Selbstmordattentäters, der eine Autobombe mit der Sprengkraft von 7,5t bis 10,5t TNT in der Kaserne der U.S. Marines am Beiruter Flughafen detonierte. Die bis dato größte konventionelle Explosion war zugleich der tödlichste Angriff auf Amerikaner bis zum 9. September 2001. Gleichzeitig wurde die Unterkunft französischer Fallschirmjäger mit einer ähnlichen Autobombe angegriffen - hier starben 58 Menschen. Die U.S. Marines sollten als Teil eines multinationalen Kontingents die Fraktionen im libanesischen Bürgerkrieg trennen.

 

 

Ruine der US Botschaft in Kuwait

12. Dezember 1983: Bombenanschlag auf die U.S.-Botschaft in Kuweit

Als Teil einer Anschlagsserie auf sechs ausländische und kuweitische Einrichtungen forderte der Anschlag auf die Botschaft der Vereinigten Staaten fünf Tote und 86 Verletzte. Andere Attacken richteten sich gegen die französische Botschaft, den Flughafen, die größte Raffinerie des Landes und eine Unterkunft für Beschäftigte der US-amerikanischen Firma Raytheon. Die Angreifer waren Angehörige der Organisationen Hisbollah und Da’wa, einer irakisch-schiitischen Gruppierung, die durch den Iran unterstützt wurde.

 

 

Die zerstörte Botschaftsanlage

20. September 1984: Bombenanschlag auf die U.S.-Botschaft in Ost-Beirut

22 Libanesen und 2 U.S.-Amerikaner wurden getötet, als das Fahrzeug eines Selbstmordattentäters mit 1,5t Sprengstoff auf dem Botschaftsgelände explodierte. Die CIA stellte fest, dass eine überwältigende Anzahl von Beweisen auf die Täterschaft von Hisbollah hinwiesen, die mit Unterstützung des Iran und unter dem Decknamen des Islamischen Jihad operierte.

 

 

 

Ein Entführer richtet eine Pistole auf den Piloten John Testrake

14. Juni 1985: Entführung des TWA-Fluges 847

Am Morgen des 14. Juni 1985 übernahmen Terroristen der von Iran unterstützten Hisbollah eine Boeing 727 nach dem Start in Athen. Die Entführer forderten die Freilassung schiitischer Häftlinge in Kuweit, Israel und Spanien. Iran spielte eine zentrale Rolle bei der Planung und Durchführung des Anschlags. Das Flugzeug landete zunächst in Beirut und dann in Algier, wo 153 Passagiere freigelassen wurden. Bei einer zweiten Landung in Beirut ermordeten die Terroristen den U.S. Marinetaucher Robert Dean Stethem und warfen seine Leiche auf die Rollbahn. Obwohl Israel nie einen Deal bestätigte, wurden die letzten Geiseln am 30. Juni und die ersten schiitischen Gefangenen in israelischem Gewahrsam am Folgetag freigelassen.

 

 

Dr. Abdul Rahman Qassemlou

13. Juli 1989: Die Ermordung von Abdul Rahman Ghassemlou

Dr. Abdul Rahman Ghassemlou, Generalsekretär der Kurdischen Demokratischen Partei Irans (DPK-I) wurde zusammen mit zwei Begleitern in Wien ermordet, wo er im Geheimen Vertreter des Iranischen Präsidenten Rafsanjani treffen sollte. Vermutlich wurden die Mörder als iranische Diplomaten getarnt ins Land gebracht. Quellen in Österreich haben den späteren iranischen Präsidenten Ahmadinejad über Waffenverkäufe mit dem Verbrechen in Verbindung gebracht.

 

 

Shapour Bakhtiar

8. August 1991: Ermordung von Shapour Bakhtiar

Iranische Agenten ermorden den demokratisch-säkularen Politiker Shapour Bakhtiar, den letzten iranischen Premierminister vor der Revolution. Bereits in im Jahr 1980 hatte ein Mordkommando erfolglos versucht ihn in Paris zu ermorden, tötete aber dabei einen Polizisten und Bakhtiars Nachbarin.

 

 

 

 

Vor der israelischen Botschaft nach dem Anschlag

17. März 1992: Bombenanschlag auf die israelische Botschaft in Buenos Aires

Ein Selbstmordattentäter der iranisch gestützten Hisbollah greift die israelische Botschaft in Argentinien mit einer Autobombe an. 29 Personen werden getötet, 242 verletzt - zum größten Teil Zivilisten in der Umgebung der Botschaft.

 

 

Mord im Mykonos-Restaurant

17. September 1992: Das Mykonos-Attentat

Im Berliner Restaurant Mykonos werden vier iranische Kurden ermordet, darunter auch der Anführer der Kurdischen Demokratischen Partei Iran (DPK-I), Dr. Mohammed Sadegh Sharafkandi. Deutsche Gerichte stellen eine klare Verbindung zum iranischen Regime und Geheimdienstchef Ali Fallahian fest.

 

 

Helfer am eingestürzten AMIA Gebäude

18. Juli 1994: AMIA-Bombenanschlag

Der Iran war für den Anschlag auf das jüdische Gemeindezentrum AMIA in Buenos Aires direkt verantwortlich. Mit 85 Toten und 300 Verletzten war das AMIA Attentat der blutigste Terrorakt der argentinischen Geschichte. Ahmad Vahidi, der frühere iranische Verteidigungsminister und Kommandeur der Iranischen Revolutionsgarden, wird durch INTERPOL wegen seiner Involvierung gesucht. Eine Reihe argentinischer Regierungen haben versucht, den Verantwortlichen den Prozess zu machen. Im Jahr 2006 erklärte ein argentinisches Gericht den damaligen iranischen Präsident Rafsanjani und acht weitere Personen zu Flüchtigen.

 

 

Ruinen der Khobar Türme

25. Juni 1996: Anschlag auf die Khobar Towers in Saudi Arabien

Der Bombenanschlag auf die Khobar Towers, militärische Unterkünfte für U.S.-Truppen tötete 19 Amerikaner und verletzte 372. Die Angreifer parkten einen Lastwagen mit Sprengstoff von umgerechnet 1,5t bis 4t TNT auf dem Parkplatz des Komplexes. Die Explosion riss die Fassade des achtstöckigen Gebäudes 131 ab, das zu der Zeit 100 Angehörige der U.S. Airforce bewohnten. 14 Mitglieder der Hisbollah-Abteilung in Saudi Arabien werden dafür verantwortlich gemacht.

 

 

Iranische unkonventionelle Sprengvorrichtungen, an der iranisch-irakischen Grenze beschlagnahmt

2003 - 2011: Unterstützung von Aufständischen im Irakkrieg

Nach der U.S.-Invasion im Irak untergrub das iranische Regime konsequent U.S.-Operationen durch Waffenlieferungen sowie durch Entsendung von Beratern aus Iran und von der Hisbollah für sunnitische und schiitische Gruppen, die amerikanische Truppen angriffen. Die Vereinigten Staaten waren besorgt ob der Rolle Irans bei der Bewaffnung und Unterstützung schiitischer Milizen. Im Irak waren IED (improvisierte Sprengsätze) die oberste Todesursache für Koalitionstruppen - und wurden maßgeblich von Iran geliefert. Insgesamt führte die iranische Unterstützung zum Tod von Tausenden U.S.-Soldaten und Zivilisten. Im Jahr 2010 sagte der U.S.-Botschafter im Irak, James Jeffery, bis zu ein Viertel (ca. 4400) der U.S.-amerikanischen Gefallenen, Verwundeten und Entführten gingen auf das Konto der Stellvertretergruppen Irans.

 

 

2011 fingen britische Truppen eine iranische Lieferung von 122mm Raketen an die Taliban ab

2006 - 2014: Unterstützung für die Taliban in Afghanistan

Die iranische Unterstützung für die Taliban gegen die NATO-Truppen läuft mindestens seit 2006. Gemäß eines RAND-Berichtes habe Iran im Kontext der Feindschaft gegenüber den Vereinigten Staaten und dem Streit um das Atomprogramm einige Unterstützung den Taliban zukommen lassen, obwohl zuvor eher schiitische und tadjikische Gruppen unterstützt worden wären. Das U.S.-Finanzministerium geht davon aus, Iran habe spätestens seit 2006 Kleinwaffen und Munition, RPG- und Mörsergranaten, 107mm-Raketen, Plastiksprengstoff und vermutlich auch tragbare Flugabwehrwaffen an die Taliban geliefert.

 

 

Manssor Arbabsiar

Oktober 2011: Iranisches Mordkomplott

U.S.-Institutionen vereitelten einen Terroranschlag in Washington D.C. auf den saudischen Botschafter in den Vereinigten Staaten. Diesem Anschlag sollten Bombenanschläge auf die saudische und israelische Botschaft folgen. U.S.-Generalstaatsanwalt Eric Holder hielt fest, dass für den Anschlagsplan Elemente des iranischen Regimes und insbesondere der Al-Qods-Einheiten, einer Spezialtruppe der Revolutionsgarden, verantwortlich waren. Angeklagt wurden Manssour Arbabsiar, ein U.S.-Staatsbürger mit iranischem Pass und Gholam Shakuri, ein Mitglied der Qods-Brigaden. Während Arbabsiar verhaftet werden konnte, bleibt Shakuri flüchtig.

 

 

Ein Auto der israelischen Botschaft in Brand nach einem Anschlag

13. – 14. Februar 2012: Angriffe auf israelische Diplomaten

Im indischen Neu-Delhi wurden die Ehefrau eines Diplomaten und ihr Fahrer verletzt, als ein an ihrem Fahrzeug befestigter Sprengsatz explodierte. Die örtliche Polizei stellte fest, dass die Verdächtigen Mitglieder der Iranischen Revolutionsgarden seien. Ein ähnlicher Sprengsatz wurde im georgischen Tbilisi entschärft, nachdem er am Fahrzeug eines israelischen Diplomaten gefunden worden war. Am Folgetag brachten drei Iraner ihr Sprengstofflager im thailändischen Bangkok versehentlich zur Explosion. Der dort gelagerte Sprengstoff sollte für Anschläge auf israelische Diplomaten eingesetzt werden. Eine multinationale Ermittlung brachte deutliche Beweise auf eine Beteiligung Irans in allen drei Vorfällen.

 

 

Beschlagnahmte Waffen und Munition einer mit den iranischen Revolutionsgarden vernetzten Terrorzelle in Azerbaijan

März 2012: Mordkomplott in Azerbaijan

Vertreter der Vereinigten Staaten und Israels waren Ziele von Mordplänen einer Gruppe mit Verbindungen zu den Iranischen Revolutionsgarden, die in Baku verhaftet wurde. Die Washington Post berichtete, dass Regierungsvertreter aus den USA und dem Mittleren Osten den Attentatsplan als Teil einer größeren Kampagne von Gruppen mit Verbindungen zu Iran sahen, die in mindestens 7 Ländern in einem Zeitraum von 13 Monaten Diplomaten ermorden sollten.

 

 

Zerstörter israelischer Tourbus

18. Juli 2012: Bombenanschlag auf Reisebus in Bulgarien

Ein Selbstmordattentäter zerstörte einen Reisebus mit israelischen Touristen in Burgos, Bulgarien. Dabei starben der Busfahrer und fünf israelische Touristen, während 30 weitere verletzt wurden. Ermittlungen der bulgarischen Regierung machten die Hisbollah und deren Sponsor Iran für das Attentat verantwortlich.