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Mittwoch, 19. Januar 2022

Protestaufruf von CIEF und STB

Auf der Grundlage des Offenen Briefes des Clubs iranischer und europäischer Filmemacher (CIEF) rufen CIEF und STOP THE BOMB gemeinsam zu Protesten gegen die Iran-Politik  auf der Berlinale auf. Filme, die in Zusammenarbeit mit dem iranischen Regime produziert und zensiert wurden, haben keinen Platz auf einem Filmfestival! Sie sind eine Beleidigung für die verfolgten Künstler_innen im Iran und Exil. Weg mit Ajatollah Kosslick!

Anlässlich der Premiere des Dokumentarfilms "Letters to the President" wird es Redebeiträge und ein aktuelles Flugblatt geben. Wir bitten um rege Beteiligung!

Die Protestkundgebung beginnt um 18.00 Uhr pünktlich in unmittelbarer Nähe des Cinestar-Kinos am Potsdamer Platz (U+S Potsdamer Platz).

Protestaufruf des Clubs der iranisch- europäischen Filmemacher (CIEF) und STOP THE BOMB

Die vom islamischen Regime im Iran für internationale Festivals zugelassenen Filme sind nichts anderes als eine grobe Verletzung von universalen Menschenrechten. Dies wird durch die Filmfestivals institutionalisiert. In den iranischen Filmproduktionen sind die Schauspielerinnen verpflichtet, den rigiden Vorgaben der islamischen Zensur zu gehorchen. Bei ihren Auftritten auf den internationalen Bühnen der Festivals müssen sie die islamischen Kleidungs-vorschriften beachten. Mit diesen Mitteln versucht das Regime die angeordnete Zwangsverschleierung interna-tional zu rechtfertigen und als freiwillige Haltung hinzustellen.

Schleier und Kopftuch sind zentrale Bestandteile des islamischen Regimes im Iran. Alle Frauen sind gezwungen, sich diesen islamischen Zwangvorschriften zu unterwerfen. Frauen dürfen sich in iranischen Filmen nicht normal verhalten. Väter dürfen ihre Töchter nicht umarmen oder küssen. Mütter dürfen sich ihren Söhnen gegenüber nicht vertraut verhalten.

Die Begeisterung der Berlinale-Leitung um Herrn Kosslick für solche Filme, die höchstwahrscheinlich im Rahmen des Festivals auch noch mit Preisen gekrönt werden, führt letztendlich dazu, dass die Mullahs im Iran die Menschenrechte, vor allem die Frauenrechte, weiterhin unge-stört mit Füßen treten können. In jüngster Zeit wurden 48 Menschen öffentlich hingerich-tet, drei davon gesteinigt. Homosexuelle werden perma-nent verfolgt, schikaniert und hingerichtet.

Der Präsident dieser brutalen Diktatur, Ahmadinejad, fordert bei jeder Gelegenheit die Vernichtung Israels. Der Führer Khamenei erklärte neulich die Israelis in einer Fatwa für todeswürdig. Es ist kein Ge-heimnis mehr, dass das Regime islamische TerroristInnen aus-bildet, finanziert und sie mit modernsten Waffen versorgt. Und vor allem strebt das Regime offensichtlich nach Atomwaffen.

Das alles hindert Herrn Kosslick nicht daran, es dem Menschenfeind Ahmadinejad zu ermöglichen, sich in Petr Loms Film „Letters to President“ als „human“ und „volksnah“ zu präsentieren.

Wir müssen bedauerlicher Weise zur Kenntnis nehmen, dass sich die Berlinale unter der Leitung von Herrn Kosslick in eine Bühne für Antisemitismus und bekennende Islamisten  wie Ahmadinejad verwandelt hat. Unter dem „Dialog der Kulturen“ versteht das Regime im Iran nur das Verwirklichen der schiitischen Lebensform, die es der gesamten Welt aufzwingen will. Da Herr Kosslick auf diese Weise als Instrument des Mullah-Regimes im Iran fungiert, fordern wir seinen sofortigen Rücktritt. Wir unterstützen alle Künstlerinnen und Künstler, die sich für Demokratie und Säkularismus einsetzen. Wir fordern die sofortige Beendigung des kulturellen Scheindialogs mit den Mullahs im Iran!