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Montag, 19. November 2018

Der Quds-Marsch und warum es notwendig ist, dagegen zu protestieren

Der so genannte „Quds-Tag“ (Quds = arabisch für Jerusalem) wurde 1979 vom iranischen Revolutionsführer Khomeini als politischer Kampftag für die Eroberung Jerusalems und Vernichtung Israels etabliert. Jedes Jahr findet er am Ende des muslimischen Fasten-Monates Ramadan statt. Auch in Berlin wird dabei, in den letzten Jahren immer auf dem Berliner Kurfürstendamm, zur Zerstörung Israels aufgerufen.

Teilnehmer am Quds-Marsch sind laut Angaben der Bundesregierung vor allem Anhänger der terroristischen Hisbollah, aber auch regimetreue Iraner/innen sowie einzelne Personen aus dem Nazi-Spektrum. Der Antisemitismus, wie etwa die antisemitische Verschwörungsideologie, dass der Zionismus eine weltumspannende, die Medien kontrollierende Macht sei, eint die unterschiedlichen Spektren.

Die Kampagne STOP THE BOMB beteiligt sich seit 2008 an den Protesten gegen den Quds-Marsch in Berlin. Wir halten es für unerträglich, dass es möglich ist, mitten in Berlin zur Zerstörung der größten jüdischen Gemeinschaft dieser Welt aufzurufen: Israel. Unsere Demonstration richtet sich gegen jede Form von antisemitischer aber auch islamistischer und homophober Propaganda und tritt ein für Solidarität mit Israel, der iranischen Freiheitsbewegung und mit allen demokratischen Kräften im Nahen Osten.

Seit Jahren werden die Proteste gegen den Quds-Marsch von zwei Bündnissen getragen. Einerseits von einem breiten Bündnis der Mitte. Dazu gehören u.a. die Deutsch-Israelische Gesellschaft Berlin und Potsdam, das jüdische Studentenzentrum Berlin, das Junge Forum der deutsch-israelischen Gesellschaft Berlin, exiliranische Organisationen, kurdische Organisationen, der Lesben- und Schwulenverband Deutschlands und viele andere. Immer wieder wurde die Demonstration von Abgeordneten verschiedener im Berliner Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien unterstützt. Daneben gibt es seit vielen Jahren ein antifaschistisches Bündnis gegen den Quds-Marsch. STOP THE BOMB unterstützt beide Bündnisse.

Informationen

Udo Wolter: Beispiel Al-Quds-Tag: Islamistische Netzwerke und Ideologien unter Migrantinnen und Migranten in Deutschland und Möglichkeiten zivilgesellschaftlicher Intervention. (PDF)

Honestly Concerned: Eine Zusammenstellung verschiedener Iranischer Texte zum Al-Quds Tag

AJC: Antisemitismus “Made in Iran”: Die Internationale Dimension des Al-Quds-Tages (PDF)

JFDA: Dynamik des antisemitischen Ressentiments (2014)

Film über den Quds-Marsch 2014

Medien über die Proteste gegen den Quds-Tag

Hier finden Sie eine Auswahl von Artikeln zum Quds-Tag in Berlin und zu den Gegendemonstrationen.

Tagesspiegel: Gesicht zeigen gegen Mord und Fanatismus (9.7.2015)

Jüdische Allgemeine: Gegen den Al Quds-Tag. Antiisraelischer Aufmarsch wird auch in diesem Jahr von Protesten begleitet. (8.7.2015)

Jungle blog: Alle Jahre wieder: Al Quds-Tag in Wien, Berlin & Teheran (9.7.2015)

Berliner Zeitung: Israel-Gegner ziehen am Sonnabend über den Kurfürstendamm (9.7.2015)

B.Z.: Der Hass-Marsch gegen Israel meint uns alle (9.7.2015)

Jüdische Allgemeine: "Plattform von Antisemitismus und Israel-Hetze". Zentralratspräsident Schuster kritisiert geplante Al-Quds-Demo (10.7.2015)

Berliner Zeitung: Al Quds-Tag in Berlin: Polizei will energischer gegen Judenhasser vorgehen (10.7.2015)

RBB online: Antiisraelische Demonstration mit viel weniger Teilnehmern als erwartet (11.7.2015)

Berliner Zeitung: Israel-Gegner hetzen auf Protestmarsch durch Berlin (11.7.2015)

Tagesspiegel: Deutlich weniger Israelfeinde als angenommen (11.7.2015)

B.Z.: Protest gegen Aufmarsch der Israel-Gegner al Quds (11.7.2015)

Kölner Stadtanzeiger: Israel-Gegner hetzen auf Protestmarsch durch Berlin (11.7.2015)

Berliner Kurier: Demo gegen Israel: Laut und gar nicht lustig (11.7.2015)

BILD: Nur wenige Teilnehmer bei Al Quds Demo (11.7.2015)

Welt: Antizionisten, wacht endlich auf! (12.7.2015)

Jüdische Allgemeine: Israel-Hetze auf dem Kudamm (13.7.2015)

Neues Deutschland: Klare Kante gegen Antisemitismus (13.7.2015)

Berliner Zeitung: Polizei überhörte Hassparolen gegen Israel (14.7.2015)

Berliner Zeitung: Nach Al-Quds-Marsch in Berlin: Auf Parolen folgt die Anzeige (15.7.2015)