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Samstag, 11. Juli 2020

Der Quds-Marsch und warum es notwendig ist, dagegen zu protestieren

Der so genannte „Quds-Tag“ (Quds = arabisch für Jerusalem) wurde 1979 vom iranischen Revolutionsführer Khomeini als politischer Kampftag für die Eroberung Jerusalems und Vernichtung Israels etabliert. Jedes Jahr findet er am Ende des muslimischen Fasten-Monates Ramadan statt. Auch in Berlin wird dabei, in den letzten Jahren immer auf dem Berliner Kurfürstendamm, zur Zerstörung Israels aufgerufen. In diesem Jahr wurde er von den Veranstaltern abgesagt - am selben Tag, an dem das Hisbollah-Verbot verhängt wurde.

Teilnehmer am Quds-Marsch sind laut Angaben der Bundesregierung vor allem Anhänger der terroristischen Hisbollah, aber auch regimetreue Iraner/innen sowie einzelne Personen aus dem Nazi-Spektrum. Der Antisemitismus, wie etwa die antisemitische Verschwörungsideologie, dass der Zionismus eine weltumspannende, die Medien kontrollierende Macht sei, eint die unterschiedlichen Spektren.

Die Kampagne STOP THE BOMB beteiligt sich seit 2008 an den Protesten gegen den Quds-Marsch in Berlin. Wir halten es für unerträglich, dass es möglich ist, mitten in Berlin zur Zerstörung der größten jüdischen Gemeinschaft dieser Welt aufzurufen: Israel. Unsere Demonstration richtet sich gegen jede Form von antisemitischer aber auch islamistischer und homophober Propaganda und tritt ein für Solidarität mit Israel, der iranischen Freiheitsbewegung und mit allen demokratischen Kräften im Nahen Osten.

Seit Jahren werden die Proteste gegen den Quds-Marsch von zwei Bündnissen getragen. Einerseits von einem breiten Bündnis der Mitte. Dazu gehören u.a. die Deutsch-Israelische Gesellschaft Berlin und Potsdam, das jüdische Studentenzentrum Berlin, das Junge Forum der deutsch-israelischen Gesellschaft Berlin, exiliranische Organisationen, kurdische Organisationen, der Lesben- und Schwulenverband Deutschlands und viele andere. Immer wieder wurde die Demonstration von Abgeordneten verschiedener im Berliner Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien unterstützt. Daneben gibt es seit vielen Jahren ein antifaschistisches Bündnis gegen den Quds-Marsch. STOP THE BOMB unterstützt beide Bündnisse.

 

Informationen und Analysen

Bündnis gegen den Quds-Marsch: Podcast zum Al Quds-Tag: Gespräche und Analysen mit Prof. Samuel Salzborn, Ahmad Mansour und Ulrike Becker (Spotify - Mai 2020)

TKA - Theorie Kritik und Aktion / Antifaschistisches Bündnis gegen den Quds-Tag: Podcast zum Quds-Tag 2020

Mideast Freedom Forum Berlin: Für ein Verbot des Quds-Tages (PDF, 2020)

Bernhard Thamm: "36 Jahre Al-Quds-Tag. Der Tag der Vernichtungsdrohung gegen Israel – Einführung in die ideologischen Hintergründe" (veröffentlicht vom JFDA 2016)

Udo Wolter: Beispiel Al-Quds-Tag: Islamistische Netzwerke und Ideologien unter Migrantinnen und Migranten in Deutschland und Möglichkeiten zivilgesellschaftlicher Intervention. (PDF, 2004)

Honestly Concerned: Eine Zusammenstellung verschiedener Iranischer Texte zum Al-Quds Tag (2006)

AJC: Antisemitismus “Made in Iran”: Die Internationale Dimension des Al-Quds-Tages (PDF, 2006)

 

 

Beobachtungen des Quds-Marsches in Berlin

Einige Organisationen beobachten seit Jahren den Quds-Marsch in Berlin und den dort propagierten Antisemitismus. Dazu gehören die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS), das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA) und das Register zur Erfassung rechtsextremer und diskriminierender Vorfälle Charlottenburg-Wilmersdorf. Hier die Berichte der letzten Jahre:

Auswertung 2019

Auswertung 2018

Auswertung 2017

Auswertung 2016