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Mittwoch, 22. Februar 2012

Deutsch-iranische Wirtschaftsbeziehungen

STOP THE BOMB, 27. September 2009 (letztes update: November 2011)

Deutschland ist seit langer Zeit einer der wichtigsten Handelspartner des Iran. Eine führende Position erlangten deutsche Firmen im Iran schon vor der Revolution im Jahr 1979 und konnten diese in den vergangenen Jahren trotz einiger Höhen und Tiefen durchgehend halten. Erstmals seit Jahren sind die deutschen Exporte in den Iran im Jahr 2011 deutlich gesunken, bleiben aber immer noch auf hohem Niveau, und Deutschland bleibt auch 2011 der größte europäische Exporteur in den Iran. Zwischen Januar und August 2011 betrugen die Exporte in den Iran rund 2,05 Mrd. Euro, das ist ein Rückgang um 18,8% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Zahlen sind trotzdem alarmierend hoch und beinhalten auch nicht das Geschäft über Drittländer. Im Jahr 2010 betrugen die deutschen Exporte in den Iran 3,8 Mrd. Euro und sind damit im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt 2,6% gestiegen, trotz der EU Sanktionen, die im Juli 2010 beschlossen wurden. (Siehe EU Verordnung 961/2010 vom 25.10.2010.) Laut Angaben des Spiegel stiegen die Exporte bei Maschinen sogar um 17,5%. Schon seit einigen Jahren befinden sich deutsche Iran-Exporte auf sehr hohem Niveau. 2009 betrugen die Exporte 3,7 Mrd. Euro, 2008 3,92 Mrd. Euro. (Zahlen: Statistisches Bundesamt) [1] Im Juli 2009 gab Germany Trade & Invest, die Gesellschaft für Außenwirtschaft der Bundesregierung, bekannt, dass Deutschland nach den Vereinigten Arabischen Emiraten weltweit an Platz 2 der Exporteure in den Iran steht, sogar noch vor China:

 

Auch in der weltweiten Wirtschaftskrise 2009 zeigte sich, wie stabil die deutsch-iranischen Wirtschaftsbeziehungen sind. Während die deutschen Exporte insgesamt um 18,8% zurückgingen, fielen die Exporte in den Iran um lediglich 5,3%.

Da viele deutsche Firmen über Drittländer in den Iran exportieren, dürften die Exportzahlen insgesamt noch höher sein. Ein großer Teil der Lieferungen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in den Iran sind Re-Exporte u. a. aus Deutschland.[2] Deutsche Exporte in die Vereinigten Arabischen Emirate sind seit 2006 kontinuierlich gestiegen, 2008 sogar um 40% auf insgesamt 8,16 Mrd. Euro. In derselben Zeit stiegen die Exporte der VAE in den Iran.[3] In 2010 betrugen die deutschen Exporte in die Vereinigten Arabischen Emirate nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 7,6 Mrd. Euro.

Deutsche Firmen im Iran: Die deutsch-iranische Handelskammer AHK Iran hat rund 2.000 Mitglieder. Selbst im November 2011 wirbt sie auf ihrer Webseite noch damit, dass sie zu den "mitgliederstärksten Außenhandelskammern Deutschlands" gehört. Die deutsch-iranische Industrie- und Handelskammer veröffentlichte im Sommer 2009 eine Broschüre, die die Namen und Adressen vieler im Iran präsenter deutscher Firmen auflistete. Neben großen Konzernen wie Siemens, BASF, Bayer oder Daimler, ThyssenKrupp, Linde und Lurgi sind vor allem auch mittelständische Unternehmen wie Wirth oder Herrenknecht im Iran präsent; Tausende deutscher Firmen beschäftigen im Iran Vertreter. Die Broschüre finden Sie hier: "Who is who im Iran".

Im Januar 2010 kündigte Siemens an, ab Mitte des Jahres keine neuen Geschäfte mehr im Iran zu vereinbaren, u.a. nach Protesten von STOP THE BOMB. Es folgten ähnliche Ankündigungen von der Linde AG, ThyssenKrupp, Daimler, Münchener Rück und anderen. Da die meisten Firmen lediglich ankündigten, auf Neugeschäfte verzichten zu wollen und die EU-Sanktionen die Abwicklung von alten Geschäften auch erlauben, ist unklar, wie aktiv diese Firmen im Iran immer noch sind.

Die wichtigsten deutschen Exportprodukte in den Iran sind Maschinen, Eisen- und Stahlerzeugnisse, chemische Erzeugnisse, Elektrotechnik und KFZ.[4] Deutsche Unternehmen sind regelmäßig auf Messen im Iran präsent, so zum Beispiel auf den letzten beiden Ölmessen im Iran. Nach Angaben von Michael Tockuss, Geschäftsführer der deutsch-iranischen Handelskammer, sind zwei Drittel aller mittelständischen Betriebe im Iran mit deutschen Maschinen ausgerüstet, somit auf deutsche Ersatzteile angewiesen. Deutsche Firmen sind führend in Irans Energiesektor vertreten und z.B. am Kraftwerksbau oder in der Gasverflüssigung beteiligt. Nicht viele Länder können diese Technologie liefern. Der Energiesektor ist die Achillesferse des Regimes, auf diesen Sektor zielen auch die neuen Sanktionen der EU.

Politik: Umfang und Qualität der deutsch-iranischen Handelsbeziehungen zeigen, dass Deutschland, auch nach den EU-Sanktionen, einen Hebel in der Hand hält, um Druck auf die iranische Wirtschaft und die politische Führung des Regimes auszuüben. Deutschland war lange Bremser, was schärfere Sanktionen auf EU-Ebene anging. Dies betraf zum Beispiel die Frage von Sanktionen im Energiebereich, die von Großbritannien und Frankreich schon länger befürwortet wurden. Kanzlerin Merkel plädierte lange Zeit dafür, Sanktionen mit China und Russland abzustimmen.[6]

Die EU-Sanktionen aus dem Jahr 2010 sind ein Bruch mit dieser Politik und ein Eingeständnis des Scheiterns der Dialog-Politik. Noch immer aber gibt jedoch noch viele Schlupflöcher, durch die der Handel mit dem Iran weiterläuft. Das größte Problem, die  Europäisch-Iranische Handelsbank, über die der Großteil aller europäischen Geschäfte mit dem Iran finanziert wurde, ist erst seit Mai 2011 auf der Sanktionsliste. Laut Presseberichten hat die EIH im August 2011 beim Europäischen Gerichtshof Klage gegen die Sanktionierung eingereicht. Die Klage wird derzeit noch geprüft.

Die Außenhandelskammer (AHK) in Teheran (staatlich finanziert) und die Handelskammern in Deutschland fördern weiter aktiv das Iran-Geschäft deutscher Firmen - trotz der massiven Menschenrechtsverletzungen und des iranischen Atomprogramms, trotz der Drohungen gegen Israel und den internationalen Bemühungen um schärfere Sanktionen. Immer wieder finden Seminare in Deutschland statt, bei den Handelskammern aber auch bei deutschen Stiftungen und mit Beteilung deutscher Politiker/innen, um deutschen Firmen iranische Handelspartner zu vermitteln. Die iranischen Geschäftspartner sind meistens staatliche Konzerne; im Iran sind etwa 70% der Betriebe direkt oder indirekt mit dem Regime verbunden, etwa als Subunternehmen der Revolutionsgarden. So sind die meisten Geschäfte mit dem Iran eine direkte Unterstützung der politischen Führung des Iran. 

Geheimhaltung und Verschleierung: Aus Angst vor Imageschäden versuchen viele Unternehmen, ihre Iran-Geschäfte geheim zu halten. Auch iranische Regierungsmitglieder, die Geschäftsabschlüsse mit dem Westen gerne publizieren, um die internationale Akzeptanz des Iran zu demonstrieren, sind mittlerweile dazu übergegangen, deutschen Firmen eine Geheimhaltung ihrer Aktivitäten im Iran nahezulegen, wie der stellvertretende Außenminister Mehdi Safari auf einer Deutschlandtour 2008, die u.a. der Anbahnung von neuen Geschäftsabschlüssen galt.

Tarnfirmen: Da das iranische Verteidigungsministerium und einige Firmen, die zu den Revolutionsgarden gehören, von Sanktionen betroffen sind, wird ein Teil des Iran-Geschäftes mittlerweile offenbar über Tarnfirmen abgewickelt, um die Sanktionen zu umgehen. Wenige Informationen darüber sind bislang bekannt, und es fehlt an Regelungen, mit denen dieser Handel kontrolliert und eingedämmt werden kann. Der "Nationale Widerstandsrat des Iran" identifizierte 2007 drei Firmen in Deutschland mit Verbindungen zum iranischen Verteidigungsministerium und den Revolutionsgarden, die Ascotec Co., die Persia System Co. und die Farzanegan Co.[7] Verantwortlich für die Kontrolle der Exporte in den Iran ist das Bundesamt für Ausfuhrkontrolle (Bafa).

Das US Finanzministerium veröffentlichte am 3. August 2010 eine Liste mit iranischen Firmen, die in Deutschland aktiv sind. Dazu gehört die IFIC Holding AG, die IHAG Trading AG, die Ascotec Holding GmbH und deren Tochterfirmen, die Mines and Metals Engineering GmbH (M.M.E), (alle Düsseldorf) sowie die Breyeller Stahl Technology GmbH & Co KG (Nettetal) und die West Sun Trade GmbH (Hamburg). In den USA sind Geschäfte mit iranischen Firmen verboten.

 


[1] Statistisches Bundesamt: "Foreign Trade. Ranking of Germany's trading partners in foreign trade" (PDF)

[2] Deutsch-Iranische Industrie- und Handelskammer: Die wichtigsten Lieferländer Irans, 30.11.2009.

[3] Im Juli 2009 meldete Germany Trade & Invest eine Zunahme von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und einem Gesamtexport von 13,4 Mrd. Euro.

[4] Quelle: Germany Trade & Invest, "Wirtschaftstrends kompakt: Iran" (PDF)

[5] Angela Merkel vor der israelischen Knesset, 18.3.2008. Anlässlich des Besuchs des israelischen Präsidenten Peres in Berlin am 26.1.2010 erklärte Angela Merkel die Bereitschaft in einer Gruppe mit "ähnlich gesonnenen Ländern" unabhängig von der UN zu handeln.

[6] Interview mit Angela Merkel in der FAZ, 25.2.2010.

[7] Vergleiche den Bericht dazu in der Washington Times vom 17.11.2007, online nur noch auf dem Blog "wind in the wires", sowie die Webseite des NRWI

 

Iran Sanktionen: Wie geht es weiter?

Ein koordiniertes Vorgehen von USA und Europäischer Union wird über Erfolg oder Misserfolg entscheiden

Wir dokumentieren hier Auszüge eines Artikel von STUART E. EIZENSTAT 

Wall Street Journal, 2. Juli 2010

Übersetzung: STOP THE BOMB

Die überwältigende internationale Unterstützung für die neuen vom UN-Sicherheitsrat beschlossenen Sanktionen gegen den Iran ist einer der greifbarsten Erfolge der Außenpolitik der Obama-Administration. Wenn auch nicht zwingend, fordern diese neue Sanktionen von den Staaten, jegliche finanziellen Dienstleistungen zu verhindern, die zu Irans Nuklearprogramm beitragen, einschließlich Versicherungs- und Rückversicherungsgeschäfte, Einfrieren von Vermögenswerten und Verbot neuer Bankbeziehungen.

Die Frage ist nun, inwiefern die Europäische Union und die Vereinigten Staaten in der Lage sein werden, das rechtliche Fundament der UN-Sanktionen zu nutzen, um den Iran in einer koordinierten Strategie unter Druck zu setzen.

Im Anschluss an die UN-Abstimmung vom 9. Juni erweiterte die Obama-Administration ihr Sanktionsregime, das sich nun auch gegen eine staatliche Bank sowie gegen zwanzig Erdöl- und Petrochemiebetriebe sowie gegen Versicherungen richtet. Gestern unterzeichnete der Präsident neue Sanktionen des US-Kongresses, die diejenigen internationalen Firmen vom amerikanischen Markt ausschließen, welche UN-sanktionierten iranischen Banken helfen.

Nun liegt die entscheidende Bewährungsprobe bei der EU. Sie muss trotz ihre traditionellen Handelsbeziehungen mit dem Iran beenden und entschlossene Maßnahmen treffen, um einen Atomstaat Iran zu verhindern.

Das Ziel von Sanktionen gegen den Iran ist es, die Kosten für die Fortsetzung des  Atomprogramms höher zu machen als dessen Nutzen. Das Abschotten der Finanzquellen, die das Regime nutzt um sein Atomprogramm zu finanzieren, ist der effektivste Weg, sein Verhalten zu ändern. Iran ist nicht Nordkorea: Es ist eine bedeutende Volkswirtschaft, die sehr stark von den Einnahmen des Energiesektors abhängig ist, um das Atomprogramm aufrechtzuerhalten.

Iran nutzt die Unterschiede in den Sanktionsregelungen verschiedener Länder geschickt aus, um seine nuklearen Aktivitäten zu finanzieren. Deshalb ist es entscheidend, dass die EU und die USA die Unterschiede ihrer Sanktionsregelungen aufeinander abstimmen und dann auf ihre Verbündeten einwirken, die gleichen Maßnahmen zu ergreifen.

Als ersten Schritt sollte die EU alle iranischen staatlichen Banken auf ihre Sanktionsliste setzen. Frühere UN-Resolutionen richteten sich 2007 nur gegen eine einzige iranische staatliche Bank, die Bank Sepah, wegen deren Rolle bei der Finanzierung des iranischen Nuklearprogramms. Die neuen UN-Sanktionen fügten nur eine Tochtergesellschaft einer anderen iranischen Bank hinzu. Die USA sind weiter gegangen. Sie fügten dieser Liste addierten alle anderen großen staatseigenen Banken, insgesamt 16, hinzu; einschließlich der Bank Mellat, der Future Bank, der Export Development Bank und der Bank Saderat. Seit der UNO-Abstimmung nahmen die USA auch die Postbank auf diese Liste und sperrten ihr damit den Zugang zum Dollarmarkt.

In der EU sieht es völlig anders aus. Im Jahr 2008 untersagte sie allen europäischen Unternehmen Geschäfte mit der Melli Bank zu machen. Sie unternahm aber nichts gegen irgendeine andere iranische Bank. Dabei hat die UNO die Melli Bank niemals explizit auf die Liste gesetzt, sondern nur zur "Wachsamkeit" bei finanziellen Verbindungen zu dieser Bank aufgerufen. Dieser Mangel an transatlantischer Übereinstimmung ist unakzeptabel  und belohnt allein Teheran.

Die EU sollte gegen alle iranischen staatlichen Banken und deren Tochtergesellschaften Sanktionen verhängen, und alle Transaktionen mit ihnen im Euro-Bereich verhindern. Sie alle sind in die Unterstützung des illegalen Waffenhandels involviert, und sie alle finanzieren Tarnfirmen für das Atomwaffenprogramm. Nimmt man auch nur ein einziges Institut von der Sanktionsliste heraus, lädt man den Iran lediglich ein, seine Transaktionen auf diese zu verlagern. Sie beschädigen allesamt die Integrität des globalen Finanzsystems.

Zweitens sollte die EU ihre Sanktionen systemisch machen. Amerikas Sanktionen umfassen sämtliche Transaktionen von iranischen staatlichen Banken - nicht nur diejenigen, die direkt mit nuklearen Aktivitäten in Zusammenhang stehen. Die USA untersagen Dollar-Transaktionen, in die der Iran involviert ist wenn sie über die Vereinigten Staaten abgewickelt werden. Im Moment hat die EU keine entsprechenden Regelungen. Sie sollte sie aber haben.

Die EU sollte alle Euro-notierten Transaktion verbieten, in die der Iran involviert ist und die über europäische Banken abgewickelt werden. Seitdem das Verbot der USA in Kraft ist, haben iranische Banken und Tarnfirmen viele ihrer Transaktionen, die im Zusammenhang mit dem Nuklearprojekt stehen, von Dollar auf Euro umgestellt. Nur durch ein Verbot kann die EU daher ihre eigenen Banken davor schützen, unwissentlich zur Finanzierung der nuklearen Proliferation beizutragen.

Drittens sollten sich die EU und USA darauf einigen, allen Versicherungsgesellschaften in ihrem Einflussbereich die Versicherung oder Rückversicherung von allen Schiffen zu untersagen, die raffiniertes Erdöl - Iran importiert 40% seines Bedarfs - an den Iran liefern und jede neue Investition in Irans Öl- und Gassektor zu verbieten. 

Als vierter Schritt sollte die EU gemeinsam mit den USA in multilateralen Gremien außerhalb der UN daran arbeiten, die Zahl der Länder zu erweitern, die ernsthafte finanzielle Sanktionen durchführen. Eine europäisch-amerikanische Zusammenarbeit würde auch Japan ermuntern, die gleiche Art von Maßnahmen für Yen-notierte Transaktionen zu ergreifen. Wenn Japan dies täte, wäre der Iran an der Finanzierung seiner nuklearen Aktivitäten in den drei wichtigsten internationalen Währungen gehindert. Die EU und die USA sollten gemeinsam mithilfe der 34 Nationen umfassenden Financial Action Task Force aktiv werden, die bereits bei der Begrenzung der Geldwäsche eine wirksame Rolle gespielt hat, um deren Arbeit hinsichtlich der Finanzierung des iranischen Nuklearprogramms zu intensivieren.

Schließlich ist es an der Zeit, ein grelles Licht auf die Zentralbank des Iran zu werfen. Die neue UN-Resolution betont die Notwendigkeit, die Aktivitäten dieser Bank „wachsam“ zu verfolgen. Die EU und die USA sollten jedoch darüber hinaus gehen.

Außer in Zeiten des Krieges gelten Zentralbanken wegen der potenziellen Störungen im globalen Finanzsystem als sakrosankt. Irans Zentralbank jedoch hat ihren besonderen Status eingebüßt. Sie funktioniert wie keine andere Zentralbank. Sie ist nicht nur Irans monetärer Arm, sondern sie kaschiert finanzielle Transfers, unterstützt iranische Banken und Unternehmen darin, Sanktionen zu umgehen und hilft Tarnfirmen, Technologie und Teile für das Nuklearprogramm zu erwerben. Die EU und USA sollten die Zentralbank gemeinsam warnen, dass, wenn sie ihre illegalen Aktivitäten nicht stoppt, sie selbst zum Ziel von Sanktionen werden kann. In der Zwischenzeit sollte das neue UN-Gremium, das mit der Aufgabe der Überwachung der Sanktionen betraut ist, beauftragt werden, über die Rolle der Bank bei der Hintergehung von vergangenen UN-Resolutionen zu berichten.

Ob Sanktionen wirksam sind oder nicht, hängt zu einem großen Teil vom Willen der EU ab, diese Schritte zu unternehmen. Aufeinander abgestimmte transatlantische Sanktionen unter Führung der USA und der EU mit der Unterstützung ihrer Verbündeten bieten die letzte und auch beste Chance, zwei schlechte Alternativen zu vermeiden: die iranische nukleare Infrastruktur zu bombardieren oder einzugestehen, dass Iran eine Atomwaffenstaat wird.

Stuart Eizenstat war Botschafter bei der EU in der Clinton-Administration und spielte eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der internationalen Sanktionspolitik.